Poppy - Trails of Afghan Heroin

Die Seidenstraße verbindet seit jeher Ostasien mit dem Westen und war einst ein berühmter Handelsweg, über den nicht nur Güter, sondern auch Religionen und Kulturen ausgetauscht wurden. Heute ist die Trasse über weite Strecken tot, in Elend verkommen und wird als Drogenroute genutzt. Über zwanzig Jahre haben Robert Knoth und Antoinette de Jong die Spur des Heroins verfolgt, die von Afghanistan über Zentralasien, Russland und den Balkan nach Ostafrika, Dubai und Westeuropa führt und sich in den Straßen von London verliert. Brutale Bandenkriege, tödliche Sucht, illegale Geldwäsche, skrupellose Korruption sowie käufliche Liebe gepaart mit der epidemieartigen Ausbreitung von AIDS – als multimediale Installation angelegt dokumentiert das Projekt „Poppy“ auf beeindruckende Weise die dunkle Seite der Globalisierung, die sich in den Gesichtern von Dealern, Gefangenen, Prostituierten, Süchtigen, Grenzsoldaten und Polizisten spiegelt.

„Poppy“ veranschaulicht, welches Chaos, welche Gewalt und welche Undurchsichtigkeit entlang der Handelsroute des Heroins herrschen. Der Rezipient taucht in vielschichtige parallele Welten ein, in denen unterschiedliche Ereignisse und Entwicklungen miteinander verknüpft sind. Dadurch muss der Betrachter sich immer wieder neu positionieren und wird in eine Bild- und Informationsflut hineingezogen, die faszinierend wie beängstigend ist. Angesichts der Komplexität dieses Themas entwickelten Robert Knoth und Antoinette de Jong eine adäquate Ästhetik, experimentieren mit nicht-linearen Formen des Geschichtenerzählens und lassen das Medium der Fotografie mit anderen dynamischeren Techniken wie Video und Multi-Screen-Projektionen verschmelzen.

 

Künstler: Robert Knoth und Antoinette de Jong

Eröffnung: Fr., 30. Juni 2017 um 21 Uhr

Ort: Projektraum Fotografie

Infos: Öffnungszeiten und Ort

© Robert Knoth